asiatische Glücksdrachen
Drachen sind die mächtigsten Tiere der asiatischen Mythologie. Sie beherrschen das Meer, die Flüsse, den Regen und die Winde. Drachen kombinieren äußerlich die anatomischen Stärken aller möglichen Tiere: die Schuppen von Fischen und Schlangen, die Klauen und Flügel von Vögeln, die Zähne und Pranken von Tigern, außerdem Hörner, Fühler, usw.
Manche Drachen können auch menschliche Gestalt annehmen. Dazu gibt es folgende japanische Überlieferung: Auf dem Meeresboden steht der Palast (ryûgû) des Drachenkönigs. Ein göttlicher Vorfahre des Tenno suchte einst den Drachenpalast auf, verliebte sich in eine seiner Töchter, heiratete sie und nahm sie mit auf die Erde. Es kam allerdings zur Trennung, als er sie während der Geburt des gemeinsamen Kindes in Drachengestalt erblickte. Die Drachentochter zog sich wieder ins Meer zurück, ihr Kind blieb aber auf Erden und wurde der erste menschliche Tenno, Jimmu. Die Tenno-Familie zählt also auch den Drachengott zu ihren Ahnen.
In China war der Drache ebenfalls mit dem chinesischen Kaiser verbunden, er war das Wappentier des legendären Gelben Kaisers (Huang Di). Im Unterschied zu allen sonstigen Darstellungen, besitzt der Wappendrachen des chinesischen Kaisers fünf Zehen (die japanischen Drachen hingegen nur drei). Der Drache ist das bevorzugte Tier der Zwölf Tierkreiszeichen des chinesischen Kalenders (der auch in Japan Geltung hat). Und auch die vier Himmelsrichtungen werden nach einer chinesischen Auffassung von Drachen beherrscht.



